Ich kam, saar und schwenkte

Nach dem erfolgreichen Test im letzten Jahr fiel am 24. Juni 2017 der Startschuss für den ersten offiziellen Saarlunderlauf. In studentischer Frühe versammelten sich fast 30 mutige Teilnehmer aus dem Gau Saar gegen 15 Uhr beim Stamm ScheidterHaufen, um von dort den 7,5 km langen Marsch zu beginnen. Beim Saarlunderlauf geht es darum, alle Stämme des Gau Saar (zwei an der Zahl) an nur einem Tag abzulaufen. Die Herangehensweisen an diese unvorstellbare Leistung waren dabei ganz unterschiedlich. Während einige früher anreisten, um sich mental auf den anstehenden Kraftakt vorzubereiten, bevorzugten andere klassische Dehnübungen und wieder andere versuchten sich durch das Nichtzahlen des Beitrages vor der Herkulesaufgabe zu drücken.

Kaum losgelaufen, wartete auch schon die erste Challenge: Wir sollten das steilste Stück der Strecke als Polonaise absolvieren. Und rückwärts. Zum Glück trieb unser gemeinsames Ziel uns an und nach marginalen Startschwierigkeiten bewältigten wir die Aufgabe. Oben angekommen kämpften wir uns weiter durch das Dickicht des Saarbrücker Stadtwaldes, der neben Einhörnern und Zentauren auch wahnsinnige Wombats beheimatet. Diese sind vor allem für ihre List und Tücke bekannt, doch obwohl sie den Schwarzenbergturm weiß gestrichen hatten, konnten sie uns nicht täuschen und wir erreichten auch diese Station. Dort galt es, die Stufen des Turms zu zählen und oben einen versteckten Gegenstand zu finden. Wie sich herausstellte, war unsere Schätzung von 42 Stufen um genau 199 Stufen zu niedrig (upsi), aber immerhin konnten wir die gut versteckte Frisbeescheibe auf der Turmspitze ausfindig machen. (Ein Tourist hielt sie für Müll und war gerade dabei, sie zu entsorgen). Da wir die Challenge nicht vollständig gemeistert hatten, mussten wir eine Zusatzaufgabe erfüllen, bevor wir den Lauf fortsetzen durften. So besangen wir also 10 belegte Brote mit Schinken und Ei. Der anschließende Streckenabschnitt zog sich nochmal unangenehm in die Länge und nach qualvollen Minuten erreichten wir glücklicherweise unser erstes und einziges Etappenziel: den Stamm Römer auf dem Eschberg. Hier gab es Pfannkuchen, Äpfel und zufällig auch Apfelpfannkuchen und wir konnten uns endlich ein wenig stärken, bevor wir weiterlaufen mussten, um noch vor Einbruch der Dämmerung wieder in Scheidt zu sein. Ein Zwischenstopp auf dem Abenteuerspielplatz war trotzdem noch drin, denn was muss, das muss. Die letzte Etappe erwies sich als ausgesprochen zäh und gerade als die ersten ans Aufgeben dachten, erblickten wir in weiter Ferne den Kirchturm, der unmittelbar neben der Hütte des ScheidterHaufen aus dem Boden ragt und durch exorbitantes Glockenläuten regelmäßig dafür sorgt, dass man zum Fortsetzen von Unterhaltungen auf animalische Zeichensprache zurückgreifen muss. Als wir uns dem Zieleinlauf näherten, wurde das Laufen mit jedem Schritt leichter, denn wir hatten die einzig wahre Gewissheit: Am Ende wartet der Schwenker. Mit einer sagenhaften Zeit von 2 Stunden und 56 Minuten bewältigten wir den Lauf der Läufe und ließen uns erschöpft am Feuer nieder, um nach der letzten „Herausforderung“, dem Verzehren eines Schwenkers, unser wohlverdientes Abzeichen in Empfang zu nehmen. Auch wenn Blut, Schweiß und Tränen vergossen wurden und wir uns nun erstmal ein paar Tage erholen müssen, hat sich der Lauf gelohnt und wir werden nächstes Jahr fleißig trainieren, damit wir unserem großen Ziel näher kommen: Dem ruhmreichen fünften Saarlunderlaufaufnäher mit pinkem Rand.

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